Brot Segnung durch Pfarrer Albert Raimann - Au

Heilige Agathe von Catania 5.02.2010

Wir gedenken heute der Märtyrerin Agatha, die im 3. Jahrhundert auf Sizilien gelebt hat. Der Legende nach verweigerte sie sich der Brautwerbung des römischen Statthalters, der sie festnehmen und foltern ließ. Ein Erdbeben erschütterte in diesen Tagen die Stadt Catania; das Volk bedrohte daraufhin den Statthalter, bis dieser von der Quälerei der Agatha abließ, die dann im Gefängnis starb. Ihre Verehrung begann schon bald, weil am ersten Jahrestag ihres Todes die Stadt verschont blieb von einem Lavastrom des Ätna. Heute wird in vielen Gegenden das Agatha-Brot gesegnet: Wer dem Herrn nachfolgt, muss wie Brot werden, um sich von der Menschennot verzehren zu lassen.

 

 

5. FEBRUAR Agatha

Die Märtyrerin aus Catania in Sizilien wurde um 250 während der Christenverfolgung des Kaisers Decius getötet. Agatha soll der Legende nach von großer Schönheit gewesen sein. Als sie der Aufforderung zum Widerruf ihres Glaubens nicht nachkam, ließ der römische Statthalter sie zuerst in einem öffentlichen Haus preisgeben und dann grausam foltern. In der Nacht wurde Agatha auf wunderbare Art geheilt, daraufhin am folgenden Tag erneut gemartert und schließlich getötet.

 

Die Märtyrerin wurde schon früh in Sizilien verehrt. Papst Symmachus (498-514) sprach sie heilig und errichtete ihr zu Ehren in Rom eine Kirche.

 

Agatha wird meist ihren Marterqualen entsprechend dargestellt: der Brüste beraubt, das Horn eines Einhorns als Sinnbild der Jungfräulichkeit in der Hand, auf dem Scheiterhaufen liegend oder mit Scheren und Zangen.

 

Sie ist Stadtpatronin von Catania. Ein Jahr nach ihrer Bestattung drohte ein Ausbruch des Ätna diese Stadt zu vernichten. Als man den herausströmenden Lavamassen den Schleier der Heiligen entgegenhielt, kamen diese zum Stillstand. Seitdem ist Agatha auch Schutzheilige gegen Feuersgefahr. Da diese häufig vom Blitzschlag drohte, war im Mittelalter der Brauch der Wettertafeln, verbreitet:

 

»Mentam sanctam spontaneam Dominus!

 

Sancta Agatha ora pronobis.«

 

Allmählich erfuhr der Glaube an Agathas Schutz gegen Feuersbrunst eine Ausweitung: Auch gegen fiebrige Hitze bei Mensch und Vieh wurde Agatha angerufen. Noch in unserem Jahrhundert wurden Agathenkerzen, Agathenbrote und Agathenzettel geweiht. Die kleinen Brotlaibe aus Roggen-, Weizenmehl und Kleie wurden gegen hitzige Sucht gegessen. Das Vieh bekam von ihnen vor dem Austrieb auf die Alm, die Kuh, wenn sie zum Kalben kam, der Ochse, wenn er zum erstenmal vor den Pflug gespannt wurde. Brösel vom Agathenbrot wurden in die Hauswinkel zum Schutz gegen Feuer gestreut und auf den Acker gegen den Getreidebrand.

 

Makaber erscheint uns die Erklärung, weshalb Agathas Segen in Brotform erfleht wird: Weil die Heilige ihrer Brüste beraubt wurde und diese in Bildern auf einer Platte liegend dargestellt werden, entstand der Wunderglaube der Brotweihe.